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"Jetzt liegt es an uns, dass wir das besser machen"

Im DFB-Pokal sind unsere Kiezkicker in die neue Spielzeit gestartet und hier, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit, früh ausgeschieden. Nun liegt der Fokus voll und ganz auf der Liga und da starten die Kiezkicker am späten Montagabend (21.9., 20:30 Uhr) beim VfL Bochum. Vor dem Ligastart nahm sich Cheftrainer Timo Schultz viel Zeit, um die Fragen der Medienvertreter*innen zu beantworten. Dabei sprach er u.a. über...

...die personelle Situation: "Bis auf die Langzeitverletzten sind grundsätzlich fast alle fit, allerdings muss ich ein 'bis auf' hinzufügen. Boris Tashchy und Simon Makienok werden ausfallen. Simon hat Sprunggelenksprobleme, Boris hat Adduktorenprobleme. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir die einzigen beiden Ausfälle auf einer Position haben, aber wir werden das kompensieren. In drei Testspielen haben wir auch ohne etatmäßigen Stürmer gespielt, wir werden das mit Tempo in der vordersten Linie auffangen. Daniel Buballa ist wieder bei 100 Prozent, er hat ja auch größte Teile der Vorbereitung mitgemacht. Bei ihm bin ich mir sicher, dass er eine gute Leistung auf den Platz bringt."

...mögliche Veränderungen in der Startelf: "Man soll nicht nach einem Spiel, das nicht gut war, alles in Frage stellen. Wir wissen, dass wir einige Alternativen im Kader haben und ich mir in so einer Woche das Training genauer anschaue, wer stabil ist und seine Leistung abrufen kann. Wir versuchen, die beste Elf zu finden. Es wird sicherlich Veränderungen geben, wir werden aber auch nicht alles über den Haufen werfen."

...die Stimmung im Team nach dem Pokal-Aus: "Die Spieler haben sich am meisten einen Kopf gemacht, sie waren genauso enttäuscht und haben nach dem Spiel genauso nach Lösungen und Ansätzen gesucht. Ich glaube, dass wir die Stimmung in der Woche gedreht haben und wir optimitisch und mit einer Portion Selbstvertrauen nach Bochum fahren, um da ein gutes Spiel hinzulegen."

...die Trainingsarbeit unter der Woche: "Wir waren viel wacher auf dem Platz und waren viel präsenter im Gegenpressing. Wir haben viel kommuniziert und miteinander gesprochen. Das sind alles Elemente, die unser Spiel ausmachen sollen und die wir im Spiel gegen Elversberg nicht auf den Platz bekommen haben. Diese Woche haben wir im Training einen Schritt in die richtige Richtung gemacht."

...den schmalen Grat zwischen Wohlfühloase und Leistungsprinzip: "Letztlich befinden wir uns im Profi-Fußball. Ich bleibe dabei, dass man seine Leistungen nur dann abrufen kann, wenn man sich auch wohlfühlt, wenn man gerne zur Arbeit geht. Der schmale Grat wird dann deutlich, wenn am Wochenende das Leistungsprinzip zählt und die elf Spieler spielen, die unter der Woche vermeintlich am besten gearbeitet haben und die höchste Wahrscheinlichkeit mit sich bringen, das Spiel auch zu gewinnen. Alleine dadurch regelt sich einiges von allein. Der Konkurrenzkampf treibt die Spieler an und dann liegt es an jedem Spieler selbst, was er daraus macht. Ob er eine Schippe drauflegen oder weiter dranbleiben kann oder sich mit seinem Status Quo zufriedengibt. Von der Power und Mentalität sind wir da aber auf einem ganz guten Weg. Die Jungs geben Gas und wollen sich selbst und als Mannschaft verbessern."

Auf Boris Tashchy (li.) und Simon Makienok (re.) muss Cheftrainer Timo Schultz beim Ligastart in Bochum verzichten.

Auf Boris Tashchy (li.) und Simon Makienok (re.) muss Cheftrainer Timo Schultz beim Ligastart in Bochum verzichten.

...ein Reizklima innerhalb der Mannschaft, um erfolgreich zu sein: "Ich persönlich fand als Spieler ein Reizklima immer sehr gut. Ich habe auch kein Problem damit, wenn's im Training mal heißer hergeht. Da haben wir noch Luft nach oben, die Jungs sind noch in einer Phase, sich zu finden. Sie können sich gegenseitig ruhig noch klarer die Meinung sagen. Ich habe vollstes Vertrauen in die Führungsspieler und in die Zusammenstellung der Mannschaft. Ich bin mir sicher, dass wir auch da die nächsten Schritte gehen werden."

...die Probleme bei Standardsituationen: "Standards sind jede Woche ein Thema. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, haben viele Ideen und hoffen, dass es gegen Bochum besser läuft - sowohl defensiv als auch offensiv."

...Auftaktgegner VfL Bochum: "Sie haben eine sehr homogene Mannschaft, die in der Vorsaison nach der Corona-Pause sehr gute Leistungen gezeigt hat. Ich sehe aktuell keine Mannschaft, die deutlich besser ist. Sie stehen hinten stabil und haben vorne torgefährliche Spieler, mit Silvère Ganvoula haben sie einen der stärksten Spieler der Liga. Trainer Thomas Reis kenne ich noch aus seiner Zeit bei Wolfsburgs U19, da haben sich unsere Klingen häufiger mal gekreuzt. Er leistet gute Arbeit und legt viel Wert auf eine gut funktionierende, physisch starke Defensive und lässt schnell nach vorne spielen. Wir wissen, dass es zum Auftakt ein ordentlicher Gratmesser ist. Dementsprechend haben wir uns auch vorbereitet."

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Die komplette PK kostenlos abrufbar bei FC St. Pauli TV:

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...seine Spiele in Bochum: "Ich habe die Spiele in Bochum immer als schönste Auswärtsspiele wahrgenommen, ganz häufig haben wir abends da gespielt und häufig auch erfolgreich. Es ist ein schönes, enges Stadion, das meistens gut gefühlt war. Ich habe eigentlich nur positive Erinnerungen. Wir sind dank eines Tores von Buchti ja auch schon mal erfolgreich in Bochum in eine Saison gestartet."

...die Rückkehr der Fans und die 5.000 Zuschauer*innen in Bochum: "Grundsätzlich freut man sich über jeden Fan, das ist klar. Es ist ein schwieriges Thema: Auf der einen Seite möchtest Du zurück in den Alltag und Fans im Stadion haben, auf der anderen Seite spielt die Gesundheit eine sehr große Rolle. Die sollte über allem stehen."

...Erwartungen und Zielsetzung an die Saison: "Mit einer konkreten Zielsetzung anhand eines Tabellenplatzes tue ich mich schwer, dafür will ich noch ein paar Spieltage abwarten und schauen, wer sich wo in der Liga einsortiert. Wir haben uns als Mannschaft vorgenommen, dass wir mutig und kompakt spielen wollen und dass wir mit der Überzeugung in die Spiele reingehen, dass wir sie auch gewinnen werden. Davon hat man in Elversberg leider wenig gesehen. Jetzt liegt es an uns, dass wir das besser machen und direkt zeigen, dass wir das Spiel vergessen machen wollen. Wir schauen nach vorne und freuen uns alle, dass es in der Liga losgeht."

 

(hb)

Fotos: Witters

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