Dienstag, 09. März, 2010
"Wir haben es selbst in der Hand, oben dran zu bleiben!"
Als einer der wenigen wurde Markus Thorandt explizit von Stanis Kritik ausgespart. Warum aber auch der Ex-Löwe nicht mit sich zufrieden war und was in den letzten neun Wochen der Saison zählt, lest Ihr im Interview.
Ich schlafe nach Partien, die unglücklich für uns verlaufen, generell nicht wirklich gut. Und gerade wenn man mit einem Mann Überzahl trotzdem verliert, macht man sich dutzende Gedanken zum Spiel. Ausblenden kannst du so ein Spiel nicht wirklich und dementsprechend habe ich mich ein paar Stunden im Bett hin- und hergeworfen.
Am Morgen danach ging es nicht aufs Feld. Wie habt Ihr die Ansprache von Stani aufgenommen?
Man hat ihm angehört, dass er sauer war. Das aber mit Recht. Wir haben uns gegen 1860 einfach zu unbeholfen präsentiert. Da ist so eine Ansprache dann schon mal angebracht. Stani hat viele Dinge hervor gehoben, die ihm missfallen haben. Es ist aber nicht so, dass wir sonst keine Besprechungen nach dem Spiel haben. In den Medien wird das alles schon wieder sehr hoch gehangen.
Du bist als einer der wenigen von Stanis Einzelkritik ausgespart geblieben..
Da kann ich mir aber auch nichts für kaufen! Ich bin schon selbstkritisch genug, wenn ich auf so eine Partie zurückblicke. Den entscheidenden Zweikampf vor dem zweiten Gegentor muss ich gewinnen. Da nützt es auch nichts, wenn meine Werte vorher ganz gut sind. Ich war aber froh wieder auf dem Platz zu stehen, nachdem ich nach meiner Verletzung ziemlich lange auf einen Einsatz warten musste.
Der „Reset-Knopf“, den Stani symbolisch gedrückt hat, heißt auch: Gute als auch mäßige Leistungen aus den vergangenen Partien sind erstmal vergessen. Geht der Blick bei Euch nur noch nach vorne?
Wir wollen uns auf die kommenden Aufgaben konzentrieren. Zum Wochenende steht nur Oberhausen im Fokus und dann geht der Blick weiter zum Spiel gegen Cottbus. Was in der Vergangenheit war, interessiert nicht. Wenn wir in den nächsten Partien punkten, bleiben wir auch oben dran. Wir haben das alles selber in der Hand. Über die schlechten Spiele denkt in der Mannschaft keiner mehr nach. Das hilft uns auch nicht.
Wie sehr hilft es denn, zurück an die Kollaustraße zu ziehen?
Das soll nicht wie eine Ausrede klingen, aber ich glaube schon, dass für den Kopf ganz gut ist. Die Kabinen sind größer, man hat einen Aufenthaltsraum und auch der Kraftraum bietet mehr Möglichkeiten. Das ist im Endeffekt unser Arbeitsplatz und da war das Millerntor schon eine Umstellung. Für die Trainingseinheiten fühlen wir uns an der Kollaustraße wohler.
Auch für Dich ist es jetzt die große Chance, Dich in der Startelf fest zuspielen, oder?
Das war immer mein Ziel. Seit ich wieder im Training bin, wollte ich an den Wochenenden von Beginn an auf dem Feld stehen. Das geht nur über gute Leistungen, die man im Training anbietet. Das ich gegen 1860 ran durfte war schön, ich will jetzt im Team bleiben. So geht es im Übrigen aber auch jedem anderem Spieler.
Stani betonte ausdrücklich, wieder zweimal am Tag trainieren zu wollen.
Das ist ja auch kein Problem! Bedingt durch die Platzverhältnisse, haben wir weniger als normal trainiert. Jetzt wird das Tempo wieder angezogen. Das stört keinen. Wir freuen uns vielmehr auf die Einheiten. Stani wird die richtige Dosierung finden, um uns auf das Spiel gegen Oberhausen vorzubereiten!
Interview: Dennis Büsching
Fotos: Antje Frohmüller
Fotos: Antje Frohmüller

















